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Seit 1833 fest verankert in der Wirtschaft

Durch die vereinten Rostocker Freimaurerlogen "Irene zu den drei Sternen, Tempel der Wahrheit und Prometheus" wurde 1833 in Rostock die Gründung einer Sonntagsschule für Handwerkerlehrlinge angeregt, für die am 12. März 1835 der "Gewerbliche Verein der Sonntagsschulfreunde" gegründet wurde. Im Fürstensaal des Rathauses gab es bereits zum Pfingstmarkt des gleichen Jahres eine erste Gewerbeausstellung, in der sich der Verein zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte. Wie groß das Bedürfnis war, sich zusammenzuschließen, zeigt die Zahl der Erstmitglieder: Am Gründungstage kamen bereits 388 Vereinsmitglieder zusammen. Nach einem großherzoglichen Edikt aus dem Jahre 1836 wurde das Projekt Sonntagsschule schnell zu einer öffentlichen Gewerbeschule ausgeweitet. Sie wurde schließlich im Oktober 1842 mit 38 Schülern eröffnet.

12. März 1836

In diesem Jahr wurde das 1835 ausgearbeitete Statut des Vereins durch den Landesherrn bestätigt und der erste „Rechenschaftsbericht“ dargebracht – somit beging der Verein den ersten Jahrestag. Rostock die erste Stadt auf dem Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern war, die nach dem Vorbild anderer deutscher Städte einen Handels- und Gewerbeverein gründete. Wie überall wurde neben dem wohltätigen Zweck des Vereins die Interessenvertretung seiner Mitglieder gegenüber den Landesfürsten zum wichtigsten Vereinsinhalt. Die Handels- und Gewerbetreibenden kämpften überall in Deutschland gegen gesetzliche Restriktionen, Handelsschranken, Abgaben und Zölle.

Jubiläumsjahr 1860

Der Verein beging am 12. März 1860 sein 25. Stiftungsfest. Besondere Erwähnung fand, dass es dem Verein bis dahin unter anderem gelungen war, fünf Lokalgewerbe- und eine Landesgewerbeausstellung durchzuführen. Erst nach dem Deutsch-Französischen Krieg kam der Verein aus seiner ersten Krise. Damals bemühte sich der Rostocker Gewerbeverein, die vielen örtlichen Gewerbevereine des Landes Mecklenburg zu einem Landeszentralverein zusammenzufassen. Das scheiterte jedoch immer wieder.

Weiterer Aufschwung 1889/1890

Am 16. Februar 1889 wurde das Statut der Consul Heinrich Flindt`schen Stiftung zu Gunsten des Rostocker Gewerbevereins verabschiedet. Demzufolge vermachte Heinrich Flindt dem Gewerbeverein eine Hinterlassenschaft von 60.000 Mark. Von den Zinsen des Geldes sollte die weitere Förderung und Durchsetzung der Vereinsziele finanziert werden. Vermutlich war diese großzügige testamentarische Schenkung der Grundstock für die Sterbekasse, die 1890 eingerichtet wurde. Im Juni des Jahres 1892 fand die Mecklenburgische Landesgewerbeausstellung statt – mit 14 teilnehmenden Gewerken.

Verbandstage 1908

Im Juni 1908 wurden in Rostock die 29. Verbandstage durchgeführt, hieran nahm eine große Anzahl von Gewerbevereinen Mecklenburgs teil. Insgesamt waren es 28 Vereine. Der Rostocker Gewerbeverein hatte wesentlichen Anteil am Zustandekommen dieser Veranstaltung. Bereits 1907 war die stark wachsende Gewerbeschule vom Verein in städtische Verwaltung übergeben worden.

Schwarze Jahre ab 1935

In Rostock wurde 1935 der konservative Bürgermeister Dr. Robert Grabow durch den NSDAP-Mann Walter Volgmann abgelöst, die Nationalsozialisten hatten sich endgültig in der Stadt installiert. Eine Folge der endgültigen Gleichschaltung unter der Nazi-Doktrin war die Auflösung der Handels- und Gewerbevereine Mecklenburgs in den Jahren 1935/36. In den Nachkriegsjahren zwischen 1945 und 1949 wurde versucht, die Vereine wieder zu beleben, was jedoch immer wieder scheiterte. Mit der Gründung der DDR im Jahre 1949 und wurde weiteren Versuchen der Wiederbelebung des Gewerbevereins endgültig die Grundlage entzogen.

Wiederbelebung 1990

Kurz nach dem Untergang der DDR, bereits im Jahre 1990, gelang eine Wiederbelebung des Vereins. Es wurde der neue Gewerbe- und Handelsverein Rostock gegründet. Dieser Verein wurde 1991 Mitglied im Landesverband des Bundes der Selbständigen.

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